|
Bekannte Geschlechter auf der Schenkenburg
Die Schenken von Zell
Im Jahre 12 44 erschien erstmals ein H. Pincerna de Celle als Zeuge bei der Gründung einer Kirche in Vöhrenbach durch die Grafen von Freiburg. Er war vermutlich der Stammvater des geroldseckischen
Schenkengeschlechts auf der Schenkenburg. 1251 und 1255 wird ein „dominus Hermannus pincerna Shenchencelle“ in zwei weiteren Urkunden wiederum als Zeuge in Sachen der Grafen von Freiburg genannt, so ist die Annahme
auf diesen Stammvater wohl berechtigt. Mit Burkhart, der Ritter genannt wurde starb wohl das Geschlecht der Schenken auf der Schenkenburg 1297 aus.
Die Edlen Hulwer zu Schenkenzell Nach dem
Aussterben der Schenken von Celle kamen die Edeln von
Hulwer auf die Schenkenburg. Im Jahre 1407 verkauften Haintz Hullver von Schenkenzell und seine Ehefrau Adelhaid von Truchtelfingen und ihr ehelicher Sohn Conrad Hullwer ihre Güter zu Schenkenzell. Damit hören wir zum letztenmal etwas von den Edeln Hulwer auf der Schenkenburg. Es scheint, dass das Geschlecht ausstarb oder aber das Kinzigtal verließ, um ein anderes Lehen zu übernehmen.
Die Sewald von der Schenkenburg Nach dem Weggang oder Aussterben der Edeln Hulwer wird in einer Urkunde ein Ulrich Sewald von der Schenkenburg benannt, er und sein Bruder Hans der fromme Ritter kamen allem Anschein nach aus Burgund. Ulrich war verheiratet mit Agnes von Sultz die ihm zwei Söhne gebar. Nach dem Tod von Ulrich 1451 und Hans 1452 übernahmen die Söhne wohl neue Lehen im heutigen Bayern.
Jörg von Ramstein 1456 nahm Diebolt II. von Hohengeroldseck Jörg von Ramstein als Burgvogt auf die Schenkenburg. Die von Ramstein hatten ihr
Stammschloß im Bernecktal bei Tennenbronn. Es war ein berüchtigtes Raubnest und wurde im Jahre 1425 vom Grafen Konrad von Fürstenberg und den Straßburgern zerstört. Eine Zweiglinie der Ramsteiner saß auf der Burg Weiler bei Fischerbach/Haslach.
Hans von Reckenbach Im Jahre 1477 setzte Gangolf, Herr zu Hohengeroldseck und zu
Schenkenburg den festen und ehrsamen Hansen von Reckenbach gen Schenkenzell in sein Schloß als seinen Burgvogt, das Schloß zu behüten und „nach Bedarf auf eigene Kosten und mit eigenem Gesinde nach seinem Vermögen zu versehen“. Später wurde Hans von Reckenbach fürstenbergischer Obervogt in Hausach, und damit war die Schenkenburg längere Zeit ohne Burgvogt. In diesen Jahren lag der bauliche Zustand im argen. Die Geroldsecker waren verarmt und die Lehensmänner hatten an der Erhaltung der alten Gebäude kaum Interesse. Man nimmt an, dass dies auch der Grund war, warum Hans von Reckenbach so bald nach dem einträglicheren Obervogtamt in Hausach griff.
Die Herrschaft Schenkenzell und die Herren von Geroldseck Zur Herrschaft Schenkenzell gehörte das Gebiet der Gemarkungen Schenkenzell, Kaltbrunn/Wittichen und Reinerzau. Die Herren von
Geroldseck hatten seit 1327 über das Clarissinnen-Kloster Wittichen die Schirmvogtei und das Patronatsrecht der Kirchen in Schenkenzell und Roßberg. Es unterstanden ihnen somit die großen Waldgebiete im oberen
Kinzigtal. Die geschichtlichen Quellen wurden ab 1277 zuverlässig wenn es um die Beziehungen des Hauses Geroldseck zur Schenkenburg handelt. Nach vielen Erbteilungen und teilweise derben Auseinandersetzungen
innerhalb des Hauses Geroldseck starb das Geschlecht im Mannesstamm 1634 mit Graf Jakob aus; die Linie Geroldseck-Lahr-Mahlberg war schon 1426 und die Geroldseck-Sulz um 1480 erloschen. Ihre Stammburg
Hohengeroldseck wurde 1689 von den Franzosen völlig zerstört.
|